Ein Gartenbuch für Spriessbürger

Erfolg ist nicht alles. Aber ohne Erfolg macht alles keinen Spass. Das neue Gartenbuch "Spriessbürger", von Eveline Dudda und Klaus Laitenberger verspricht Spass und Erfolg beim Gärtnern. Von A wie Artischocken bis Z wie  Zwiebeln behandeln die beiden Autoren  ausführlich rund 50 Gemüse- und Salatsorten. Nebst den allgemeinen Themen wie Fruchtfolge, Gründüngung und Kompost werden auch spezielle Bereiche wie das Anlegen von Hochbeeten und die Herstellung von Nosoden gegen Schnecken beleuchtet. Spriessbürger ist ein Handbuch für alle, die Selbstversorgung kein bisschen spiessig, sondern sehr erspriesslich finden, bringen die Autoren ihr Werk auf den Punkt.

 

In einem der Kapitel verraten sie hilfreiche Tipps und Tricks. So zum Beispiel, wie man dem lästigen Unkraut Herr – beziehungsweise Frau -– werden kann. Eveline Dudda rät zur "Unkrautkur": Man regt das Unkraut regelrecht zum Keimen an und zwar ein paar Wochen vor der Pflanzung oder Gemüsesaat. Das macht man, indem man den Boden vorbereitet und mit dem Rechen bearbeitet. Danach zieht man die Unkräuter mit dem Rechen ab oder hackt den Boden bei trockenem Wetter ganz flach. Am besten wird dieser Vorgang mehrmals wiederholt, bevor gesät oder gepflanzt wird. Aber Vorsicht: Wichtig ist, den Boden nicht mehr tief zu bearbeiten,  sonst kommen die schlummernden Unkrautsamen wieder an die Oberfläche.

Noch effizienter ist es, das Unkraut nicht zu hacken, sondern direkt vor der Saat oder Pflanzung abzuflammen. Das lässt sich gut mit einem Campinggaskocher vollziehen. Das Unkraut muss nicht brennen, sondern nur so stark erhitzt werden, dass die Zellen platzen.

 

Das Buch räumt auch mit einigen Mythen auf. Zum Beispiel damit, dass sich gewisse Pflanzen vertragen und andere gar nicht mögen. So schwören etwa die einen Gärtnerinnen und Gärtner darauf, dass Petersilie nicht neben Schnittlauch stehen darf, weil sie sich nicht ausstehen können. Andere Gartnefreunde jedoch haben mit dieser pflanzlichen Nachbarschaft Erfolg. Bodenbeschaffung und Standort sind wohl wichtiger als nachbarschftliche Freund- oder Feindschaften.

 

Ein Mythos auch die "Eisheiligen", die Tage im Mai, bei denen der Boden nochmals winterlich gefrieren kann. Langjährige Messreihen von Meteo Schweiz zeigen jedoch, dass im langjährigen Durchschnitt die Bodengfröri bis Mitte April erfolgt. Natürlich kann es auch anders sein. Bodenfrost kann auch mal im Mai vorkommen. Oder wie dieser Tage in der zweiten April-Hälfte.

 

Das Buch ist in Schwarz-Weiss gehalten – eher unüblich für ein Gartenbuch. Warum nicht? – fragen die  Autoren. "Der Spriessbürger ist schliesslich ein Handbuch, kein Bilderbuch. Wie farbig Gemüse und Salate sind, werden die Leserinnen und Leser spätestens dann sehen, wenn sie die vielen Tipps aus dem Buch umgesetzt haben."

 

Die beiden Autoren verstehen etwas von Gärtnern. Eveline Dudda hat Landwirtschaft mit Schwerpunkt Pflanzenbau studiert. Zudem war sie im Rahmen der nationalen Abfallkampagne für die Förderung der dezentralen Kompostierung in der Schweiz tätig. Seit 2001 führt sie als freischaffende Agrar- und Gartenjournalistin das Büro «Journalismus im Grünen Bereich», 2015 gründete sie den Spriessbürgerverlag. Sie lebt im St. Galler Rheintal.

 

Klaus Laitenberger gärtnert und lebt mit seiner Familie in Westirland. Laitenberger hat bio-dynamischen Gartenbau gelernt, in Ayrshire (Schottland) Horticulture studiert und war im Organic Centre in Co. Leitrim (Irland) als Head Gardener und Lehrer tätig. Wenn er nicht gerade als Biokontrolleur oder Kursleiter unterwegs ist, unterrichtet er Biogemüsebau und Lebensmittelproduktion an der University Cork oder er arbeitet im Garten. Er hat mehrere  Bücher verfasst.


Das Gartenbuch Spriessbürger ist in der Berner Buchhandlung zum Zytglogge www.zytglogge-buchhandlung.ch sowie in anderen Buchhandlungen und direkt beim Verlag www.spriessbürger.ch erhältlich.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0