Der Flieder ist geknickt – ich auch

In diesem Blog wollte ich über mein schönes Fliederbäumchen schreiben. Davon, wie sehr ich mich freue, dass es nach vier Jahren nun zum ersten Mal blüht und betörend duftet! Also habe ich letzte Woche dieses Foto geknipst.

 

Zwischen dem ersten und dem zweiten Foto liegen zwei Regentage. Als ich morgens am Fliederstrauch vorbei zum Briefkasten will, traue ich meinen Augen nicht: Mein Fliederbusch liegt flach am Boden, so, als hätte sich jemand mitten in den Strauch gesetzt und die Äste zu Boden gedrückt. Der Gedanke an einen solchen "Vandalenakt" verzieht sich jedoch schnell. Mir wird klar: Der Regen und die Blütenpracht sind zu schwer für die dünnen Äste.

 

Die Mutter meiner Nachbarin hilft mir, die Äste rund um einen dieser grünen Stäbe, an denen sich sonst zarte Pflanzen hochranken, zusammenzubinden. Nun steht mein Flieder wieder, Äste und Blütendolden zusammengepfercht zu einem etwas künstlich wirkenden "Säulenbäumchen". Ein Flieder im Korsett.

Der künstlich zum Säulenbaum "umerzogene" Fliederbusch ist eine Zwischenlösung. Damit kann ich die Blüten und den Duft bewahren. Sobald die Blüten verblühen, werde ich sie abschneiden. In der Hoffnung, die noch dünnen Äste richten sich – ohne Last der Blütendolden – wieder auf. Mal sehen. Sonst werde ich den Busch halt etwas stutzen. Der Flieder, so ist überall zu lesen, stellt keine grossen Ansprüche und ist pflegeleicht. Ich bin also guten Mutes, dass mein "Säulenflieder" wieder zu einem kräftigen Busch zurückfindet.

 

Rund 30 Fliedersorten gibt es. In verschiedenen Farben: Purpur, Lila, Blau, Creme, Rosa, Magenta. Flieder ist zu haben als Stämmchen, als kleine Bäume und als verschieden grosse Sträucher. Vielleicht gibt es ihn sogar als Säulenbaum? Zu welcher Sorte mein Flieder gehört, weiss ich nicht mehr. Das kommt davon, wenn man die Pflanzenetiketten nicht aufbewahrt...

 

Der Flieder hat übrigens auch Heilkräfte. Er wirkt unter anderem fiebersenkend, beruhigend und schmerzlindernd. Aus den getrockneten Blüten kann man Tee zubereiten, der jedoch bitter schmeckt. Bäder mit Tee aus Blüten, Blättern und Rinden sollen rheumatische Schmerzen und Gicht lindern.

 

Gegen Schmerzen hilft auch Fliederöl. Hier ein Rezept, um selber Öl herzustellen: Blüten in ein verschliessbares Glasgefäss geben und mit Oliven- oder Mandelöl überdecken. Drei bis vier Wochen lang an der Sonne stehen lassen. Zwischendurch mal schütteln. Abseihen und in dunkle Flaschen abfüllen. Das Öl duftet herrlich und kann auch dem Badewasser zugegeben werden.

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