Der Regen ist nicht immer ein Segen

Ich traue meinen Augen kaum: Die meisten Knollen meiner Kartoffelstauden sind klitzeklein, die grösseren faul. Die Stauden haben geblüht, sind plötzlich braunschwarz geworden. Dann habe ich geerntet – überall das gleiche enttäuschende Resultat.  Eine kurze Google-Befragung schafft Klarheit: ALLE meine Kartoffelstauden, die in den Pflanzsäcken und die im Gartenbeet, sind von der Kraut- und Knollenfäule befallen. Die braunen Flecken auf den Blättern und danach die Dürre – genau wie auf mehreren Portalen beschrieben und bebildert.

Gründe für diesen Pilz ist vor allem der viele Regen, das feucht-warme Wetter.

Ich bin enttäuscht, denn ich habe mich sehr auf die frisch geernteten Kartoffeln gefreut. Vor allem auf die blauen.

Dieses Jahr, so höre und lese ich, sind viele Kartoffeln von diesem Pilz betroffen. Das diesjährige Frühlings- und Sommerwetter schaffen diesem Pilz eine optimale Grundlage. Bauern, die auf die Ernte angewiesen sind, spritzen ihre Kartoffeln bei ungünstigem Wetter gegen die Kraut- und Knollenfäule.

Der Regen lässt die einen Pflanzen faulen, die anderen dagegen fast explosionsartig wachsen. Büsche und Hecken breiten sich aus und drängen sich in Wege und Strassen. 

Schon der Frühling war sehr nass. So fiel beispielsweise in Basel in diesem Jahr rund 80 Prozent mehr Regen als andere Jahre.

Im Juni regnete es in der Westschweiz und im Mittelland 140 bis 190 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten 30 (Mess)Jahren.

Allzuviel Regen kann dem Garten schaden. So wird etwa das Saatgut weggeschwemmt und kann nicht keimen. Wurzeln können faulen, Blätter und Stängel knicken. Pflanzen wie Tomaten schätzen den Regen überhaupt nicht und können krank werden. Den Blüten bekommt das viele Nass auch nicht. Hingegen den Schnecken: Für sie sind die nasse Erde und die tropfenden Pflanzen ein Paradies. Salatsetzlinge sind über Nacht ratzekahl gefressen, wenn man keine Schneckenkörner streut.

Zudem: Wenn es regnet, scheint die Sonne nicht, das Wachstum der Pflanzen wird verzögert, Beeren können faulen.

Beim Regen ist es wie bei allem anderen im Leben auch: Auf die Dosis kommt es an. Zuwenig Regen wirkt sich ebenso negativ auf die Pflanzen aus. Ich erinnere mich noch gut an die braunen Wiesen im letzten Sommer. Das war gar nicht lustig. Menschen und Pflanzen sehnten sich nach Regen.

Das 2017 wird  hoffentlich eine Mischung aus 2015 und 2016.

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Kommentare: 1
  • #1

    Hansen Susanne (Donnerstag, 21 Juli 2016 19:22)

    Im Gegenzug zum obigen Bericht freue ich mich, das Erfolgsgefühl 'unserer Kartoffel-Pflanzensäcke'
    weiterzugeben.
    Die beiden Pflanzsäcke liessen sich an einem geschützten Standort durch die Wetterkabriolen nicht
    beirren; das Grün entwickelte sich prächtig. Die Grosskinder haben voller 'Gwunder' die neue Kartoffeln
    ausgegraben und - natürlich zum Znacht ebenso genossen.

    Den Tipp zum jetzigen Anpflanzen von Salat in der vorhandenen Erde setzen wir gerne um und
    erfreuen uns am Beobachten.