Heilpflanzen auf dem Balkon oder im Garten ziehen

Rudi Beiser, Autor und Dozent, beschäftigt sich fast seit 40 Jahren mit heilenden Kräutern und Pflanzen. Als Bauernkind wurde er – sehr zu seinem Verdruss – schon früh mit Unkraut konfrontiert, denn er musste immer Felder und Garten seiner Eltern jäten. Er wandte dann seine Not zur Tugend, kaufte sich ein Pflanzen-Bestimmungsbuch und entdeckte seine Leidenschaft für die Heilwirkung des Un-krauts, das rund um den elterlichen Hof gedieh. Schon als Kind stellte er sich seine eigene Teemischung zusammen.

 

Sein fundiertes Wissen gibt er nun in Büchern und Seminaren weiter. Der Autor hat bis jetzt zehn Bücher verfasst, das elfte erscheint in diesem Monat. Sein Buch "Mein Heilpflanzengarten – Gesunde Kräuter pflanzen, ernten und anwenden" ist ein optimales Nachschlagewerk für alle jene, welche die heilenden Kräuter auf ihrem Balkon, in ihrem Hinterhof oder im Garten anbauen möchten. Rudi Beiser beschreibt ausführlich Anbaubedingungen, Wirkungsweisen und Erntezeit der Heilpflanzen. Gut nachvollziehbare Rezepte und Erste-Hilfe-Massnahmen für die Pflanzen runden das spannende Buch ab.

Mir gefällt das Buch. Es ist sehr schön gestaltet und mit kunstvollen Bildern ergänzt. Ich mag die Art und Weise der Gliederung. So finde ich sofort alles, was ich suche. Beisers Beschreibungen sind weder oberflächlich noch "wissenschaftlich". Genau so, wie ich sie mir wünsche: Leicht verdaulich und doch ausführlich genug, um mir ein gutes Basiswissen zu vermitteln. Ich kann mir anhand seiner Rezepte eine auf mich zugeschnittene Tinktur zubereiten, einen Tee zusammenstellen oder einen Ölauszug ansetzen.

So finde ich auf Anhieb, welche Kräuter mein Imunsystem stärken, mit welchen sich ein Badesalz zubereiten oder ein Kräuterpesto zaubern lässt. Unter "Meine Lieblingskräuter" beschreibt der Autor Anwendung und Wirkung, Standort und Pflege, Ernte und Trocknung, Vermehrung und Heilkräftige Verwandte  der gängigen Kräuter. Alles Wichtige ist auf einen Blick ersichtlich und muss nicht mühsam zusammengesucht werden.

 

Bärlauch etwa ist mehr als nur ein schmackhaftes Kraut für Salate, Würste etc. Das aromatische Kraut hilft auch bei Arteriosklerose und Bluthochdruck, senkt den Cholesterinspiegel, regt die Verdauung an und hilft gegen Darminfektionen. Als Pflanzenspritzmittel angewendet, macht es vielen Pilzerkrankungen den Garaus. Bärlauch beispeilsweise lässt sich im Herbst aussäen, also in den nächsten Tagen und ist dann im März bis Mai reif für die Ernte. Wer das Kraut dann trocknen will, muss künstlich nachhelfen, sonst verliert der Bärlauch sein ausgeprägtes Aroma. Ob die Bären dieses Kraut besonders mochten, ist Beisers Buch nicht zu entnehmen. Im Netz wird der Name unterschiedlich definiert. Mir gefällt diese Verion am besten: Der Bär wurde als besonders starkes Tier sehr verehrt. So werden besonders kräftige und heilwirksame Pflanzen nach ihm benannt.

 

Unter "Im Gespräch" lesen Sie ein ausführliches Interview mit Rudi Beiser. Sein Buch "Mein Heilpflanzengarten" (ISBN 978-3-8001-7662-5) ist im Ulmer-Verlag erschienen und in Buchandlungen erhältlich. In Bern beispielsweise in der Zytglogge Buchhandlung.

 

 

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