Die Samen sind gesteckt, der Garten entrümpelt

Wer ernten will, muss säen. Das gilt, im übertragenen Sinn, in allen Lebens- und Geschäftsbereichen. Im Garten  jedoch gilt es im wortwörtlich. So habe ich in den letzten wunderschönen Herbsttagen gesät, gesteckt, gepflanzt  und gesetzt. Nüssler, Winterspinat, Zwiebeln, Winterlauch, Portulak und wintertaugliche Salate.

 

Die ersten Samen sind bereits aufgegangen, die zarten Pflänzchen strecken ihre Köpfe aus der Erde. Andere Samen lassen sich für ihre Geburt mehr Zeit. Ich freue mich jetzt schon auf den zarten Spinat und den herrlichen Nüssler, wenn es draussen schneit und einem der kalte Wind um die Ohren pfeift.

 

Es ist aber natürlich nicht so, dass ich mich jetzt deswegen nach dem Winter sehne. Nein, nein, ich geniesse den Indian Summer in vollen Zügen! Doch trotz der warmen Tage: Es wird nicht mehr allzulange dauern, bis ich meinen  empfindlichen Pflanzen, dem Rosmarin etwa, ein wärmendes "Pyiama" überziehen muss. Und das Zitronen- und Mandarinen-Bäumchen müssen schon bald in den schützenden Keller gezügelt werden.

 

Die warmen Tage habe ich auch dazu genutzt, meinen Garten etwas aufzuräumen. Ich mag zwar wilde Gärten sehr, aber meine Pflanzen haben sich in diesem Jahr (erfreulicherweise!) besonders breit gemacht. Der Lavendel vor allem. Er hat die schmalen Kiesweglein zwischen den Beeten mit seinen duftenden Blütenstengeln überdeckt, was ja schön ist. Aber jetzt sind die violetten Blümchen verblüht und braun geworden. Mir gefällt der nun etwas gestutzte und leicht "aufgeräumte" Garten doch besser.

Richtig zurückgeschnitten, profitieren die Pflanzen. Sie wachsen im Frühjahr besser. Doch kälteempfindliche Blumen und Sträucher schneidet man besser erst im Frühjahr. Und das heruntergefallene Laub kann man getrost liegen lassen, es schützt die Pflanzen im kalten Winter.

 

Heidelbeeren gehören zu jenen Sträuchern, die es mit besserem Wachstum danken, wenn sie im Herbst geschnitten werden. Das Stutzen soll sogar die Qualität der Früchte verbessern. Geschnitten werden darf jedoch erst, wenn die Heidelbeersträucher mindestens vier Jahre alt sind und ihr Laub verloren haben. Wie man Heidelbeeren richtig zurückschneidet, wird beispielsweise auf www.gartenjournal.net erklärt.

Die Malven habe ich ebenfalls zurückgeschnitten. Aber vorher habe ich die Samen eingesammelt. Ich habe eine ganze Sammlung von Malvensamen. Von meinen Reisen in den Norden bringe ich immer welche mit. Ich mag Malven sehr, sie erinnern mich an Ferien. Und zwar an Ferien im Süden und im Norden.

 

Grundsätzlich achte ich darauf, dass ich in meinem Garten nicht allzu viel schneide. Ich möchte den Winter über, wenn ich aus dem Fenster gucke, noch ein Stück Garten sehen und nicht nur ein kahles Stück Boden.

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