Der Säulenbaum, der keiner ist

Eine Säule ist hoch und schmal. Ein Säulenbaum also soll hoch wachsen und schmal bleiben. Zumindest werden Säulenbäume nach diesen Kriterien verkauft. Sie sollen sich besonders gut für kleine Gärten und Balkone eigenen.

 

Da mein Garten klein ist, habe ich im Gartencenter einen Säulenbaum Sambus nigra Black Tower gekauft. Schwarzer Turm, das tönt spannend. "Der zur Familie der Moschuskrautgewächse gehörende Schwarze Holunder ist ein robuster Zierstrauch, der auch für kleine Gärten gut geeignet ist. (...) Optisch macht der 'Black Tower viel her: Er ist der erste Schwarze Holunder mit einem säulenartigen Wuchsverhalten(...)." So wird er auf der Homepage eines Gartencenters beschrieben.

Wer das Kleingedruckte liest, sieht jedoch, dass der Baum mit einer Wuchsbreite von 130 bis 170 cm möglicherweise doch nicht die Form einer schlanken Säule haben wird. Die Wuchshöhe wird übrigens mit 175 bis 200 cm, angegeben. Das heisst: bei einer Höhe von 175 cm wäre er dann etwa gleich breit, nämlich 170 cm. Tönt nicht nach Säule. Im besagten Gartencenter wird der Black Tower übrigens auch als Kübelpflanze angepriesen...

 

Und ja, selbstverständlich, wir haben den Baum jeweils im Februar zurückgeschnitten. In diesem Jahr haben wir allerdings eine erste Schnittpause eingelegt...

Ehrlich gesagt habe ich nichts dagegen, dass mein Holunder in die Breite wächst. Das gibt mehr Blüten und Beeren. Aus den Blüten habe ich nun schon mal Sirup gekocht.  Aus nur acht Blütendolden habe ich so viele Flaschen füllen können, dass ich meine Freunde mit dem leckeren rosafarbenen Getränk beschenken kann.

 

Bald werde ich einen ganzen Baum voller Holunderbeeren haben.

 

Der Schwarzen Holunder wurde früher oft als Schutz gegen böse Geister und gegen den Blitzschlag gepflanzt. Die Heilwirkung seiner Blüten und Beeren sind sehr vielseitig. Aber Achtung: Die rohen Beeren sind leicht giftig. Sie  müssen vor dem Verzehr gekocht und verarbeitet werden.

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