Christel Gadient hat ein grosses Herz und eine kreative Hand für Gartenzwerge. Sie hat eine Gartenzwerg-Klinik eröffnet. (Fotos: zvg)

 

 

Schönheitskur für kleine Wichte

 

Die meisten Gartenzwerge stehen jahraus jahrein im Garten,  sind Wind, Regen und Schnee ausgesetzt.  Kein Wunder also, dass die treuen Gartenwächter im Laufe der Jahre an Glanz und Schönheit einbüssen. Hier kann der Aufenthalt in der Gartenzwerg-Klinik von Christel Gadient Wunder bewirken. 

 

Christel Gadient ist fast nicht zu bremsen, wenn sie von ihrer Lieblingsbeschäftigung erzählt.  Schon viele Gartenzwerge hat sie zu hübschen, perfekten Wichteln herausgeputzt, viele Zwerge-Besitzerinnen und -Besitzer damit glücklich gemacht. So etwa die Dame, die 25 Jahre lang einen übergrossen Gartenzwerg aus Stein in ihre Garage verbannt hatte – weil der verwitterte Riese nicht mehr ansehnlich war. Nach dem Aufenthalt in der Gartenzwerg-Klinik hat er wieder einen Ehrenplatz im Garten erhalten.

 

In der Gartenzwerg-Klinik bekommen die Wichtel nicht nur neue Farbe verpasst, sondern auch ein neues (Glas-)Auge, ein neues Bein, wenn es sein muss, eine intakte Mütze oder Laterne. Für diese etwas gröberen Arbeiten mit Polyester ist Christels Mann zuständig. "Es gibt nichts, was wir nicht reparieren können", versichert Christel Gadient. "Egal, aus welchem Material der Gartenzwerg gefertigt ist".

 

Der Unterschied zwischen einem Vorher und Nachher, zeigen diese vier Bilder sehr deutlich. Wenn es nicht ausdrücklich gewünscht wird, hält sich Christel Gadient nicht an die ursprünglichen Farben. "Ich stelle die Zwerge auf unseren Esstisch, lasse sie auf mich wirken und entscheide dann, welche Farben zu ihnen passen". Die Freude in den Gesichtern der Besitzer, wenn sie ihre Gartenhüter abholen, zeigten ihr jeweils, dass sie sich für die richtigen Farben entscheiden habe, erzählt sie.

 

Und damit die Farben in seinem künftigen Gartenleben auch unwirtlichen Wetterbedingungen standhalten, erhält der Gartenzwerg zuerst einen Grundierungsanstrich, dann die Farbe und am Schluss einen schützenden Lack.

 

Auf die Frage, wie viel denn eine solche Verschönerungskur kosten soll, lacht sie. "Das fragen mich viele Leute. Doch das kann ich nicht zum Voraus sagen. Das kommt auf die Farbmenge an und auf die Reparaturarbeiten." So oder so: "Mein Lohn ist die Freude der Menschen, wenn sie ihre Zwerge nach meiner Schönheitsbehandlung zurück erhalten." 

 

Christel Gadient selber besitzt keine Gartenzwerge, sie hat also auch keine tiefere Beziehung zu den Wichten. "Ich besass mal einen kleinen, den mir mein Mann geschenkt hatte", erzählt sie. "Aber ich mag Gartenzwerge."  Wie ist sie denn überhaupt auf den Gartenzwerg gekommen? Wieder lacht sie, wahrscheinlich auch eine Frage, die sie nicht zum ersten Mal hört. "Auf einem Spaziergang kam ich bei einem Garten vorbei, in dem ein sehr verwitterter Zwerg stand. Ich habe dann die Hausbesitzerin gefragt, ob ich ihn neu bemalen darf." Sie durfte – zur Freude der Zwergenmutter.

 

Für Christel Gadient ist es eine grosse Freude, kreativ tätig sein zu dürfen, sagt sie. "Früher habe ich Bilder gemalt." Jetzt aber sei das ganze Haus mit ihren Bildern behängt, deshalb  sei sie glücklich, ihre kreative Ader an den Gartenzwergen ausleben zu können.

 

Eine Win-Win-Situaltion also: Der Gartenzwerg auf den Bild freut sich sichtlich über sein neues Outfit und auch Besitzerin und "Künstlerin" sind glücklich. Es lebe der Gartenzwerg!

                                                                                                                         Christine Künzler

 

Wer seinem Gartenzwerg eine Schönheitskur gönnen will, erreicht Christel Gadient über gartenzwerg-klinik@bluewin.ch. Sie hat auch eine Homepage: www.gartenzwerg-klinik.ch

 

 


Zwerge waren einst Privileg der Gutbetuchten

Schon Johann Wolfgang von Goethe hatte in seinem Garten einen Zwerg stehen. Er schrieb in seinem Versepos "Hermann und Dorothea" 1797:

"So war mein Garten auch in der ganzen Gegend berühmt, und jeder Reisende stand und sah durch die roten Staketen nach den Bettlern von Stein und nach den farbigen Zwergen."

 

Vor 1900 hiessen die Zwerge jedoch noch Gnome, waren nur für Gutbetuchte erschwinglich,  und wurden von Gnömchenmachern hergestellt. Die Firma Romeiss aus Gräfenroda war die erste, die diese Gnomen dann serienmässig herstellte. Ab etwa dem Jahr 1930 wurden die Wichte dann zu "Gartenzwergen" und  zogen in Klein- und Schrebergärten ein. Heute stehen coole Zwerge auch in der Wohnung, etwa auf Büchergestellen, Küchenablagen oder vor dem Toiletten-Spiegel.

 

1960 stellte die Firma Zetmann & Hofmann die ersten serienmässig gefertigten Kunststoffzwerge her: Die heutigen ZEHO Zwerge. Das Unternehmen ist mit über 400 Modellen der grösste Hersteller von Kunststoffgartenzwergen. In unserem Shop finden Sie unter anderem auch alte Zeho-Gartenzwerge.

(Quelle: Lexikon der Gartenzwerge) ck